Lyrische Experimente

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Lyrische Experimente 〰️

The Actor

i wrote him a letter
said i liked him a lot
he didn’t buy me a drink.
yet he was charming
and smart
and hot (of course).
with eyes in the color
of an undiscovered ocean
(somewhere in the northern hemisphere)
plus a shy moustache above
masterly crafted lips.
he was an actor
with a nice big dick
he fucked me twice

and that was it.

Das ist im Prinzip alles

Chet Baker brauchte Heroin,
Um gut zu sein.
Aber Heroin war auch gut
Ohne Chet Baker.

Das ist im Prinzip alles,
Was man über die Liebe
Wissen muss.

Sterne im Wind

nachts torkeln die sterne im wind
warum
fragen sie
warum
warum sind wir wer wir sind
der stern selbst ist die antwort
er weiß es nur nicht

drum tanzt er weiter in das licht.

Das Wildschwein

stell dir vor, du schubst
das wildschwein
über die klippe.

ob mit absicht
oder nicht,
das wildschwein
fällt.

und während
es fällt,
denkt es:

ach, so ist das also wenn man

In irgendeinem anderen Universum

Schweißgebadet wachte ich auf,
mitten in der Nacht,
aber wir waren noch gar nicht so lange am Schlafen.

Ich zog mein nasses T-Shirt aus und hing es über die Heizung,
und zog eins von deinen an, als du aufwachtest und mich fragtest:

Was gehtn?

Ich zeig dir, was geht,
sagte ich und zeigte dir mein nasses T-Shirt.

Fühl mal, sagte ich, und da musstest du lachen.

Dann legte ich mich wieder zu dir und wir sahen uns an.

Deine Lider fielen zu, aber ich konnte nicht schlafen,
wollte dich aber auch nicht wachhalten,
wie ich es doch sonst immer so gerne tat.

Ich fragte mich, ob du träumst, von diesem anderen Universum, von dem wir immer sprachen.

Wo uns fröhliche vietnamesische Kinder übertrieben verzierte Cocktails bringen und uns mit Sand bewerfen, weil wir kein Geld haben, um sie zu bezahlen.

Wo wir auf Longboards durch die Dämmerung fahren, auf astrein asphaltierten Straßen, den Wind und das Salz in den Haaren.

Wo kühle Laken sich über uns legen wie deine von der Sonne aufgeladenen Arme über meinen nervösen Körper.

Aber irgendwann schlief auch ich ein, mit dem Gedanken daran, wie du meine Haare aus meinem Gesicht streichst, an meinem Nacken entlang, und vorwurfsvoll sagst:

Deine Haare!

Und lächelst, mit diesem Lächeln, mit dem man sicher irgendwo auf der Welt teure Uhren und Schmuck kaufen kann.

Ein Lächeln, das so wertvoll ist, weil du es mir schenkst.

Wir lagen beieinander und ich ahnte bereits, dass wir uns nie wiedersehen werden.

Weder in diesem, noch in irgendeinem anderen Universum.

Zärtliche Vernichtung

bin doch schon hineingepurzelt
in schleusen ohne wiederkehr
pudrige kälte
klirrende umwärmungen
begrüßen mich
mit falschen longdrinks.

nicht bestellt, trotzdem abgeholt
der duft von flieder zieht mich ins sein
zitternde knospen warten aufs
nervöse platzen.

ganz war ich
bevor moleküle sich vereinigten
der moment meiner zeugung
wie ein hackbeil durch mich durch
das ich als ebenbild gottes
auf der suche nach drogen.

was kickt mich hinein
welches dopamin muss ich sein
damit du mich nimmst

wann zündest du mich an
und inhalierst mich
wann spritzt du mich
in deinen arm

auch das gift braucht das blut.

sanfte störungen
auf der nächtlichen autobahn
meiner synapsen
führen mich
immer
weiter
weg

mach rast, gib acht.

sich hineinbegeben in falsche wärme
könnte mich unter umständen
heilen

oder zerteilen

ich bin ein display
deine finger geleiten mich dorthin
wo ich sein will

tanzen hilft
weil es deformiert
während nebelschwaden in mir
weiterhin bersten
bis du endlich siehst
dass ich bin
und immer war

lange bevor: der erste mensch
schmerz gefühlt hat.

einbruch
zwei bruch
drei bruch
gewaltsam einsam.

verstärke mich –
dein finger auf mir und
unser lied beginnt zu spielen.

natürlich will ich
dass du in mir bist
wie soll die kugel platons rollen
ohne deine liebevolle erregung

aber eigentlich ist das alles
eine lüge.

ganz kann’s gar nie wieder sein
weil ich’s nie gewesen bin.

dieses rätsel hat kein lösungswort
und es gibt nichts zu gewinnen.

die quelle meiner vernichtung
ist in deinem herzen –
ich will dort sein und
deine fehler atmen.

Mai 2026

S zrknllt sich mein Organ

s zrknllt sich mein organ
organisiert, auf auf, kommando:

DU

kalifornisch nüchtern sagen manche,
oben sagt: beschiss. 

jetzt wo ich nicht mehr yearne
hab ich zeit mich zu entf
a l t e 

n

das jetzt kann jetzt erkalten 
wo vorher wärme war

ich wärme immer noch

das herz ist konserve
unzerstörbar und offen
stürz ich mich unbesoffen
in die ruinen einer kurzen ära von 

trauringkeit 

September 2026

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Der Kühlschrank

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